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… im Frühjahr 2020 – zu Zeiten des fiesen/bösen CORONA – das ein trauriges Menschlein vor dem Tore von Gut Zissendorf stand. Es zitterte nicht nur vor Kälte, es hatte auch große Angst.
Es wurde freundlich herein gebeten und als es den Innenhof betrag überkam ihm ein altes vergessenes Gefühl von unendlichem Frieden und es dachte bei sich:

„Jetzt wird alles gut, hier bin ich richtig“.

Es lernte seine Gruppe und die Therapeutin kenne und es fühlte sich immer geborgener. Das Menschlein stellt sich auch ganz schüchtern und leise den anderen Bewohnerinnen des Gutes vor und siehe da, es war eine Frau.

Wie ein Schwamm nahm sie Alles auf, lernte wie wunderbar es ist sich wieder zu bewegen, wie gut Essen schmecken kann und sie fand ihre alte liebe Freundin „Kreativität“ wieder.

Aus dem kleinen Häufchen Menschlein, entwickelte sich in den nächsten Wochen und Monaten eine große starke Frau. Sie lernte, das ihr Freund, der Alkohol, kein guter Umgang für sie war – obwohl er sie jahrelang begleitet hatte und das sie sich nicht schämen musste das er ihr Weggefährte geworden war.

Die Frau stand jeden Morgen mit Freude auf, machte ihr Bett, wusch sich und bürste ihr Haar, trug ein wenig Schminke auf und kleidete sich ordentlich. So verflogen die Wochen mit Sport, Ergo, EDV und weiteren Therapien.
Als der Mais auf dem Feld so groß war wie die Frau selbst und der Sommer sich dem Ende zuneigte – es war der schönste Simmer ihres Lebens – merkte die Frau es ist Zeit Abschied zu nehmen. Sie war jetzt nicht nur groß, mutig und stark genug, sondern bereit für ihr neues Leben da Draußen.

So ging dir an einem Dienstag in der Früh wieder durch dieses Tor von Gut Zissendorf, aber dieses Mal mit erhobenem Haupt – glücklich und zufrieden.

Was aus ihr geworden ist?!
Man munkelt, sie kommt jedes Jahr mit ihrem eigenen Auto vorgefahren, steigt mit einem strahlenden Zahnpastalächeln aus und freut sich ihre Gruppe I. – die Besten – II., III., IV., Therapeutinnen und Pflegerinnen, Ärzte , Hausmeister und Küche beim Ehemaligentreffen zu sehen.

Die Geschichte beende ich mit den Worten, die ich hier als erstes gesagt habe:

„Ich heiße …., bin 49 und habe Depri und ich bin alkoholkrank“