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Es ist die Sucht, sie ist das Tier in mir.

Ich bin nicht abhängig von ihr. Sie ist es von mir.

Sie manipuliert, umgarnt, betrügt mich. Sie lässt mich denken sie wäre ich.

Wie ein forderndes Baby will sie gepflegt, umsorgt und genährt werden, rein instinktiv führt sie einen Kampf um ihr eigenes Überleben und das ist von mir abhängig, sie braucht mich.

Nur klopft sie nicht an und sagt „Hey Du, hier bin ich wieder … aber sorry was du da gerade so treibst, das geht mir an die Substanz (ernstes Thema, aber das ist ja wohl echt witzig), das gefällt mir nicht“.

Ne so läuft das leider nicht.

Denn sie sorgt dafür, dass ich gar nicht weiß dass es sie so eigenständig gibt, also beziehe ich ihren Kampf auf mich. Es ist gut zu wissen, dass sie kämpft und nicht ich.

Ich bin wirklich auf einem guten Weg und dann kommen diese Schübe des Irrsinns in denen ich mich so zerrissen, verzweifelt und einsam fühle, in denen ich nicht weiß, was los ist, in denen ich mich frage, was mit mir nicht stimmt, in denen die Trauer vorherrscht begleitet von allen Erinnerungen die noch mehr Zweifel und Zerrissenheit hervorrufen.

Und ich bin tatsächlich der Meinung, dass die liebe Sucht das ist, die wie ein verletztes, in die Ecke gedrängtes Tier schreit, sich windet, um ihr Überleben kämpft, denn dafür braucht sie mich – ICH NICHT SIE.

Und es wird weniger werden und sie muss einsehen was ich schon weiß, dass ich endlich auf sie scheiß.

P.S. Ihr seid ein tolles Team und ich geh hier nicht so euphorisch raus und freue mich über die Zeit hier weil ich den ganzen Schweinskram vergessen habe, sondern weil ihr mich dadurch begleitet habt.