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26 Wochen, ich habe es geschafft.
Ich kam hierher und hatte mich verloren in mir selbst. Ich fühlte mich vor allem meinen Gefühlen ausgeliefert. Scham und Schuld genauso wie das Gefühl der Ohnmacht waren meine täglichen Begleiter. Ich dachte zu Anfang die Zeit hier wäre unendlich lang.

Jetzt stehe ich hier und kann sagen, dass ich diese Zeit gebraucht habe. Nun bin ich reflektiert, kann meine Gefühle annehmen, unterscheiden zwischen alten und neuen Gefühlen und ganz wichtig ist für mich das ich weiß, jedes Gefühl hat seine Daseinsberechtigung! Ich akzeptiere meine Suchterkrankung und gehe sorgsam mit meiner Abstinenz um.

Meine Reise wird weitergehen, achtsam und selbstfürsorglich. Für schwierige Situationen bin ich gerüstet und weiß jetzt, dass es für mich immer Spielraum gibt und ich diesen auch nutzen werde. Ich bin froh, dass ich hier sein durfte und auch bin ich stolz auf mich selbst, dass ich diese lange Zeit genutzt und durchgezogen habe.

Ich bedanke mich bei allen Therapeuten und eigentlich bei allen, die für mich da waren. An das Gesamte Reinigungspersonal bis hin zur Klinikleitung.
Darüber hinaus danke ich allen Mitpatientinnen. Ihr seid alles wundervolle Frauen. Jede von Euch ist auf Ihre Art und Weise einzigartig und ihr seid genauso richtig wie ihr seid. Ich wünsche mir, dass ihr nie den Glauben an Euch verliert. Besonders einen großen Dank an meine tolle Gruppe 2 und meine Bezugstherapeutin die diese Gruppe perfekt gemacht hat. Euch Mamis möchte ich noch sagen, dass ich es unfassbar stark finde wie Ihr das mit euren Kleinen hier durchzieht. Ich sehe nun auch am Montag meine Tochter wieder. Nach 26 Wochen!

Ich werde Euch nicht vergessen, auch die eine oder andere Freundschaft nehme ich mit hier raus.

Vielen Dank für Alles!